Andy Chen – Quelle

Anlässlich des diesjährigen WEF trafen wir beim Swedish Lunch auf den ehemaligen CEO der Musikstreaming-Plattform TIDAL Andy Chen. Und weil wir ganz seiner Meinung sind, dass Autos und Musik perfekt zueinander passen, mussten wir uns unbedingt mit ihm unterhalten.

Sie haben lange in der Musikindustrie gearbeitet. Wie stehen Sie zum Thema Disruption innerhalb dieser Branche?
Die Qualität ist ein grosses disruptives Thema. Spotify ist wie Ikea, jeder soll es sich leisten können, möglichst viele sollen Mitglied sein. Aufgrund dieser Entwicklungen ist die Musikindustrie zu einem Allerweltsprodukt geworden. Es gibt unglaublich viele Player die genau gleich wie Spotify agieren. Wir bei TIDAL haben auf Qualität und Nutzen gebaut.
Als zweites möchte ich die Empfehlung durch Algorithmen erwähnen. Da stehen uns spannende Entwicklungen bevor. Die Empfehlungen werden immer genauer werden, basierend auf dem Wetter, der Tageszeit, oder einer Stimmung. Man kann es künstliche Intelligenz nennen, oder aber kontextualisierte Empfehlung durch Algorithmen. Es wird soweit gehen, dass einem andere Musik vorgespielt wird, wenn es draussen regnet, als wenn draussen die Sonne scheint.

Kann man daraus Schlüsse ziehen für andere Industriezweige was im Musikbusiness geschehen ist?
Die Filmindustrie ist der Musikindustrie sicher am nähesten. Diese beiden gehen schon länger Hand in Hand. Es wird zu einer Annäherung kommen im Streaming-Bereich. Ähnlich wie es Apple, Google und Amazon bereits machen, so genannte multidimensionale services werden immer populärer werden. Bei TIDAL haben wir unter dem Titel omnisubscription to the musicintertainment auf einer Plattform Musik, Karaoke, Musikvideos und musikverwandte Videos zum streamen angeboten. Das war lange bevor man darüber zu reden begann, Musikvideos auf klassischen Musikstreamingplattformen zu integrieren.

Werden sich diese Entwicklungen auch im Bereich der Automobilindustrie wiederspiegeln?
Ich bin sehr neugierig darauf. Das interessanteste Phänomen, mit dem wir uns nächstens konfrontiert sehen werden, sind sicher die selbstfahrenden Autos. Das hat eine Menge zu tun mit Infrastruktur, noch mehr als mit der Technologie, denn die existiert bereits. Ich bin hauptsächlich gespannt darauf, was die Veränderungen sein werden auf der Infrastrukturseite, um die Technologie überhaupt brauchbar zu machen. Oder ist die Technologie so unwiderstehlich, dass die Regierungen Ihre Infrastruktur der Technologie anpasst? Das Huhn oder das Ei, wer kommt zuerst?

Was sagen Sie zur Kombination Auto und Musik?
Diese Kombination ist ein Selbstläufer. Musik ist interessant für Leute, wenn sie alleine sind, aber auch um sozial zu sein. In einem Auto ist man normalerweise ist es auch eines von beidem. Es wird interessant sein, zu sehen wie sich Algorithmen den menschlichen Stimmungen anpassen. Die Stimmung eines Menschen zu erfassen und dann das richtige zu empfehlen, das wird ein grosses Thema sein in Zukunft. Wenn das Auto der Zukunft smart genug wäre zu erkennen, wie viele Leute sich im Auto befinden wäre das ein enormer Fortschritt in diese Richtung. Wenn fünf Menschen zusammen in einem Auto sitzen sollte ihnen andere Musik empfohlen werden, als wenn einer alleine im Auto sitzt, dann sollten die Empfehlungen persönlicher ausfallen.  

Nicht nur Autos und Musik passen perfekt zusammen, sondern auch Autos und Garagen. Damit Ihr Volvo auch weiterhin so fährt wie er soll, besuchen Sie doch mal wieder eine Garage in Ihrer Nähe. Und das Fahrgeräusch wird wieder zu Musik in Ihren Ohren.