“Crowdfunding” – Online Communities werden zu Investoren

Wer eine Idee hat, aber keinen Investor, muss nicht mehr wie früher die Eltern anpumpen. Mittels Crowdfunding kann er oder sie in der digitalen Welt Gleichgesinnte suchen, die bereit sind, kleinere oder grössere Beträge in seine Idee zu investieren. Zur Belohnung bekommen die Unterstützer nicht wie herkömmliche Investoren Geld, sondern ein einmaliges Produkt oder eine Dienstleistung.

Die Idee, Startkapital statt über finanzkräftige Investoren über eine Masse von Kleininvestoren zu generieren, kommt aus den USA. 2009 wurde dort Kickstarter, die weltweit grösste Plattform fürs Ermöglichen von Kreativprojekten, gegründet.

Wie Crowdfunding funktioniert

Crowdfunding, oder in deutsch: “Schwarm-Finanzierung”, bedeutet, dass eine Mindestkapitalmenge durch eine Masse fremdfinanziert wird, bevor das Projekt startet. Jedes Mitglied der Masse (Crowdfunder) leistet dafür einen geringen finanziellen Anteil. Für diese Leistung erhält der Crowdfunder eine Gegenleistung, die verschiedene Formen annehmen kann wie etwa Rechte, Einladungen, Sachleistungen. Im Falle des für das Jahr 2018 geplanten, und durch Crowdfunding ermöglichten, neuen Schweizer Digitalmediums “Republik R” sind dies zum Beispiel drei Artikel pro Tag, welche die rund 13’000 Investorinnen und Investoren erhalten werden.

Unternehmer profitieren beim Crowdfunding zweifach: Sie bekommen nicht nur Geld, sondern auch Feedback und Know-how von einer Community. Denn die Förderer haben wie andere Investoren auch ein Interesse daran, dass das Projekt, in welches sie investiert haben, Erfolg hat. Ein Mitspracherecht haben sie in der Regel aber trotzdem nicht. Das heisst, der Unternehmer behält die volle Entscheidungsfreiheit. Er oder sie kann das Projekt nach den eigenen Vorstellungen umsetzen.

Meistens handelt es sich bei Crowdfunding-Projekten um sehr risikobehaftete Projekte. Daher gilt es, vor einer Investition das Projekt genau zu studieren und zu überlegen, wie realistisch es ist. Auch ein Verlust des Investments muss einkalkuliert werden. Dies ist angesichts der eher kleinen Beträge meist verkraftbar. Wird das neue Digitalmedium Rebublik R, das ohne Werbung auskommen will, zum Beispiel trotz Rekordsumme kein Erfolg, verliert ein Crowdfunder 250 Franken.