Künstliche Intelligenz – übernehmen nun die Maschinen?

Technologie-Konzerne investieren Milliarden in die Erforschung von “artificial intelligence”, respektive künstlicher Intelligenz, während Kritiker ihretwegen um die Zukunft der Menschheit fürchten. Kalt lässt dieses Thema aktuell niemanden. Was ist künstliche Intelligenz überhaupt und wie weit sind wir tatsächlich von einer technologischen Singularität entfernt?

Künstliche Intelligenz (in Englisch: artificial intelligence, AI) ist ein Teilgebiet der Informatik, welches sich mit der Automatisierung intelligenten Verhaltens befasst. So beschreibt es Wikipedia. Im Volksmund bezeichnet künstliche Intelligenz Computerprogramme, deren Struktur und Funktionsweise der des  menschlichen Gehirns nachempfunden sind. Noch steht die Forschung auf diesem Gebiet ziemlich am Anfang und dennoch werden in kaum einem anderen Tech-Forschungsfeld solch grosse Fortschritte erzielt.

Auch wenn heute häufig von künstlicher Intelligenz gesprochen wird – in der Realität existiert sie noch nicht. Es gibt zwar bereits Systeme, die einer künstlichen Intelligenz sehr nahe kommen, indem sie intelligentes Verhalten auf Basis von vorgegebenen oder erlernten Mustern imitieren. Diese Systeme sind aber immer nur für ganz bestimmte Fragestellungen entwickelt worden und funktionieren nicht ausserhalb ihres Schemas. Dies wäre bei einer tatsächlichen künstlichen Intelligenz anders. Ein solches System wäre nämlich in der Lage, seine komplette Umwelt selbständig zu erfassen, auf diese zu reagieren und ihren Fortbestand zu sichern.

Pakt mit dem Teufel

Alan Mathison Turing, ein britischer Mathematiker, Kryptoanalytiker und Informatiker, schrieb schon 1951 von einer möglichen Übernahme der Kontrolle durch Maschinen. Auch der Technologie-Unternehmer Elon Musk warnte 2014 vor einem “Pakt mit dem Teufel” in Form von künstlicher Intelligenz. Im selben Jahr prophezeite der Physiker Stephen Hawking: “Die Entwicklung einer vollständigen künstlichen Intelligenz könnte das Ende der Menschheit bedeuten.”

Ob die künstliche Intelligenz tatsächlich zur Realität werden wird, darüber sind sich selbst Spezialisten nicht einig. Dieser Zeitpunkt, an dem sich Maschinen so schnell verbessern können und damit den Fortschritt derart beschleunigen, dass die Zukunft der Menschheit ungewiss ist, nennt man “Technologische Singularität”.

Future of Humanity Institute erforscht die Superintelligenz

Mit der Frage nach der technologischen Singularität beschäftigt sich auch der berühmte schwedische Philosoph Nick Bostrom. Er forscht am Future of Humanity Institute, das der Martin School der Universität Oxford angehört.  Hier hat Bostrom ein Spekulations-Institut gegründet, um interdisziplinär über Fragen zu grübeln, die akademisch kaum beachtet werden und die für den langfristigen Fortbestand der Menschheit zentral sind.

Für Bostrom macht es Sinn, Phänomene wie die Superintelligenz zu erforschen, auch wenn man noch nicht wisse, ob sie überhaupt jemals Realität werden würde. Nicht so für seine Kritiker, die ihm vorwerfen, er beschwöre eine AI-Apokalypse herauf.

Wer am Ende recht behält lässt sich natürlich nicht sagen. Und so forscht Bostrom erst mal weiter. Er befragt in regelmässigen Abständen AI-Fachleute, wann sie erwarten, dass die künstliche Intelligenz den kognitiven Fähigkeiten der Menschen entspreche. Der generelle Tenor: Noch im Laufe des 21. Jahrhunderts oder sogar schon zur Jahrhundertmitte.