Das Volvo Ocean Race – Die Teams und ihre Geschichte

Am 22. Oktober 2017 starteten in Alicante sieben Teams zum Volvo Ocean Race und haben in den vergangenen acht Monaten auf hoher See bewiesen, wie wichtig Teamgeist ist. Denn trotz technischem Fortschritt und Änderungen der Route, ist und bleibt das Volvo Ocean Race das härteste Langstreckenrennen im Segel-Sport.

Am vergangenen Samstag wurde das letzte Rennen des Volvo Ocean Race 2017/18 ausgetragen – das «Brunel In-Port Race» in den Haag – das von «MAPFRE» gewonnen wurde. Die weiteren Podestplätze belegten “Dongfeng Race Team” und «Team Brunel».

Volvo Ocean Race In-Port Race Series Leaderboard – Final
1. MAPFRE – 64 points
2. Dongfeng Race Team – 56 points
3. Team Brunel – 50 points
4. team AkzoNobel – 50 points
5. Vestas 11th Hour Racing – 35 points
6. Turn the Tide on Plastic – 25 points
7. Sun Hung Kai / Scallywag – 25 points

Es war für die Zuschauer die letzte Möglichkeit, die Teams im direkten Wettbewerb zu erleben. Und für uns ein guter Anlass, die Teams kurz vorzustellen.

Dongfeng Race Team (China)

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Das Dongfeng Race Team trat mit dem inspirierenden französischen Skipper Charles Caudrelier beim Volvo Ocean Race an und wurde zu 100% vom chinesischen Motorenhersteller Dongfeng Motor unterstützt.

Nachdem das Team mit einem Podiumsplatz bei der Austragung 2014/15 die Erwartungen bereits weit übertroffen hatte, stand dieses Jahr klar der erste Gewinn des Volvo Ocean Race im Zentrum. Was dem Team dann auch in Extremis gelungen ist.

Der französische Skipper hatte seine Crew mit erstklassigen Seglern aus der ganzen Welt verstärkt. Die auf den Weltmeeren erprobte Mannschaft aus Franzosen, Chinesen und Australiern, hatte mit der Holländerin Carolijn Brouwer auch ein ehemaliges SCA-Mitglied, dem «first all female team»  in der Geschichte des Volvo Ocean Race, an Board.

Alles zum Sieg von Dongfeng findet ihr in unserer Geschichte «Das Dongfeng Race Team gewinnt das VOLVO OCEAN RACE!»

MAPFRE (Spanien)

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MAPFRE

Auch «MAPFRE» kehrte zum Volvo Ocean Race zurück und ihr Ziel war klar: Zum ersten Mal in der Geschichte für Spanien das Volvo Ocean Race zu gewinnen.

Skipper Xabi Fernández baute ein gemischtes, multinationales Team auf, bestehend aus Olympiasiegern und America’s Cup-Gewinnern bis hin zu einigen der angesehensten Hochseesegler der Welt.

 

 

 

 

Brunel (Niederlande)

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Niemand hat im Volvo Ocean Race mehr Meilen gesegelt als der Skipper Bouwe Bekking vom «Team Brunel», der 1985/86 zum ersten Mal als Crewmitglied mit dem «Team Philips Innovator» antrat. Seither startete er insgesamt acht Mal beim Volvo Ocean Race.

Mehr als 30 Jahre später, jetzt im Alter von 54 Jahren, hatte sich Bekkings Volvo Ocean Race-Obsession noch verschärft. Und er war mehr denn je auf der Jagd nach seinem ersten Sieg im härtesten Segel-Rennen der Welt. Nach der Vizemeisterschaft an der letzten Auflage, sollte diesmal der langersehnte Platz an der Sonne herausspringen.

Neben vielen anderen erfahrenen Seglern war Andrew Cape als Navigator wieder mit dabei; Annie Lush und Abby Ehler vom früheren Frauen-Team SCA, erweiterten die Crew.

Der ganz grosse Coup gelang jedoch mit der Verpflichtung von Peter Burling, der als erster Segler überhaupt das Triple hätte holen können: Einen Olympiasieg sowie Platz 1 im Americas Cup hat er bereits in der Tasche, jetzt fehlte «nur» noch der Sieg beim Volvo Ocean Race.

Zu den Team-Unterstützern gehört Brunel, das niederländische Projektmanagement-, Rekrutierungs- und Beratungsunternehmen. Brunel ist bereits ein Veteran am Volvo Ocean Race, nachdem sie schon 1997/98 das erste Mal dabei waren. Die Niederländer bildeten zusammen mit MAPFRE, Dongfeng und Vestas ein Quartett von Hauptsponsoren, die 2017/18 bereits zum zweiten Mal in dieser Rolle aktiv waren.

Team AkzoNobel (Niederlande)

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Das Team AkzoNobel ist ein neues Team im niederländischen Ozeanrennsport. Es wurde von AkzoNobel, einem führenden Unternehmen für Farben und Lacke, unterstützt.

Bereits 15 Monate vor dem Start des Rennens gab AkzoNobel seine Teilnahme für das Volvo Ocean Race 2017/18 bekannt und war damit das erste gesetzte Team. Damit dieses Debüt so erfolgreich wie möglich gelingt würde, engagierten sie mit Simeon Tienpont einen sehr erfahrenen Segler.

Er startete bereits zum dritten Mal beim Volvo Ocean Race und wollte als erster Holländer nach dem legendären Conny van Rietschoten (Gewinner 1977/78 und 1981/82), die Trophäe wieder in sein Land holen – inklusive triumphaler Zieleinfahrt in Den Haag.

Die niederländischen Fans im Zielhafen Den Haag konnten ihren Helden bei der Zieleinfahrt näher als je zuvor live erleben – und mit ihm die knappste Zieleinfahrt überhaupt. Leider reichte es für Tienpont und seine Crew nicht ganz zum Sieg, der vierte Platz (vor dem «Brunel In-Port Race» noch Platz 2), ist aber ein ausserordentlicher Leistungsbeweis.

Vestas 11th Hour Racing (Dänemark/USA)

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Vestas 11th Hour Racing Trat mit zwei Zielen am Volvo Ocean Race an: Auf dem Wasser zu siegen und einen Appell für die Nachhaltigkeit an die Welt zu richten. Das dänische Windenergieunternehmen als Sponsor kooperiert diesmal mit 11th Hour Racing, einem Programm der «Schmidt Family-Foundation», das sich für die Gesundheit der Meere einsetzt.

Angeführt wurde die Crew von den beiden Amerikanern Charlie Enright und Mark Towill, die bereits bei der letzten Auflage gemeinsam unterwegs waren.

 

 

 

Turn the Tide on Plastic (Vereinte Nationen)

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«Turn the Tide on Plastic» ist ein gemischtes Team mit einer starken Nachhaltigkeitsbotschaft, angeführt von der Britin Dee Caffari. Die Kampagne, die von Nachhaltigkeitspartner «Mirpuri Foundation» und der «Ocean-Family-Foundation» unterstützt wurde, widmet sich dem Thema Meeresgesundheit. Sie wurde auch von «Sky Ocean Rescue» unterstützt, die Medienpartner des Teams waren

Die Hauptaufgabe, neben dem Gewinn des Cups, bestand für «Turn the Tide on Plastic» darin, die Kampagne «Saubere Meere» der Vereinten Nationen Umwelt während der acht Rennmonate zu unterstützen.

Caffari baute ein multinationales, 50/50 Mann/Frau-Team auf, in dem das Gros unter 30 Jahre alt war. Neben dem Nachhaltigkeitsfokus wurde so auch die Botschaft rund um die Themen «Alter und Geschlecht» lanciert.

Mit an Bord war auch die 32-jährige Schweizerin Elodie Mettraux, die heuer ihr zweites Volvo Ocean Race bestritt, dieses Mal jedoch ohne ihre jüngere Schwester Justine.

Sun Hung Kai/Scallywag (Hongkong)

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Sun Hung Kai/Scallywag aus Hong Kong war das fünfte Team, welches sich für das Volvo Ocean Race angemeldet hatte. Sein Ziel war und ist es, wettbewerbsfähiges Segeln in Asien zu fördern und eine nachhaltige Segel-Kultur zu etablieren.

Das Team, das von «Seng Huang Lee» aus Hongkong und «Sun Hung Kai & Co» unterstützt wurde, stand unter der Leitung des erfahrenen Seglers David Witt. Mit Witt hatte das Team einen starken Leader, der mit dem Rennen sehr vertraut ist; der Australier kehrte 20 Jahre nach seinem Debüt zum Volvo Ocean Race zurück. Mit Annemieke Bes, der olympischen Silbermedaillen-Gewinnerin aus den Niederlanden, hatte das Team eine etablierte und erfahrene Frau an Bord.

 

Das Volvo Ocean Race 24/7 

Dank moderner Technologie konnte ein weltweites Publikum die Crews während des Rennens aus nächster Nähe erleben. Egal ob via Live-Nachrichten auf Twitter und Facebook, Videoschaltungen an Bord und Live-Berichten von Reportern, die als feste Crewmitglieder aus erster Hand berichteten. Durch die Aufnahme von Reportern in die Teams, erlebten die Zuschauer aus erster Hand, was noch vor wenigen Jahren nur durch Erzählungen der Segler erlebbar war. Ein Highlight waren auch die Drohnen, die dieses Jahr wieder gestochen scharfe Bilder direkt aus dem Epizentrum des Volvo Ocean Race sendeten.

Die Zukunft des Volvo Ocean Race

Das Volvo Ocean Race wird bei der nächsten Austragung 2021/22 nicht mehr Volvo Ocean Race heissen. Was Volvo in den letzten Jahren im Segelsport bewirken konnte und wie es mit dem härtesten Segel-Rennen der Welt weitergeht, erzählen wir euch im Beitrag «Das Volvo Ocean Race ist «der Mount Everest des Segelsports»!

Weitere Informationen unter hier.