Science meets sports: Volvo Ocean Race Science Programme

Seit 1973 ist das Volvo Ocean Race eine der grössten Herausforderungen im Offshore-Segeln und gilt als das härteste Segelrennen der Welt. Ein grosses Augenmerk liegt neben der sportlichen Herausforderung auf der Nachhaltigkeit und dem Erhalt der Weltmeere.

Das Volvo Ocean Race ist das längste und härteste professionelle Sportereignis und die wohl schwierigste Team-Herausforderung der Welt. Neben den Olympischen Spielen und dem America’s Cup ist das Volvo Ocean Race eine der «Big Three»-Veranstaltungen des Segel-Sports. Viele der weltbesten Segler haben Jahre, ja sogar Jahrzehnte ihres Lebens damit verbracht, diese legendäre Challenge zu gewinnen.» Der Rahmen könnte also nicht passender sein, um eine noch grössere Challenge zu lancieren: Den Kampf gegen die immer dramatischere Verschmutzung der Weltmeere durch Kunststoff.

Bald mehr Plastik als Fisch in den Weltmeeren

Aktuell werden weltweit pro Minute eine Million Plastikflaschen verkauft. Forscher haben errechnet, dass im Jahr 2050 gewichtmässig mehr Plastik in den Weltmeeren schwimmen wird als Fische.

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Die während des Volvo Ocean Race durch Messungen von teilnehmenden Schiffe gewonnen Daten haben gezeigt, dass Mikroplastik bereits an den entlegensten Orten der Ozeane im Wasser treibt. Schätzungen gehen davon aus, dass jährlich rund acht Millionen Tonnen Plastik in die Meere geworfen werden. Diese unglaubliche Zahl wird etwas greifbarer wenn man sich vorstellt, dass jede Sekunde ein vollbeladener Müllwagen seine Fracht ins Wasser kippt. 80 Prozent des Plastiks stammt denn auch vom Festland.

Alarmierende Plastik-Konzentrationen

Die Mikroplastikproben wurden von Mitgliedern des «GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung» in Kiel analysiert. Die Daten wurden anschliessend in der Datenbank der «National Oceanic and Atmospheric Administration» (NOAA) gespeichert, wo nun Wissenschaftler aus aller Welt darauf zugreifen können.

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«Dank der grossartigen Zusammenarbeit mit dem Volvo Ocean Race und den Teams auf dem Wasser, konnten wir während des Rennens einen wertvollen und einzigartigen Datensatz sammeln. Leider enthielten fast alle Proben Mikroplastik, was bedeutet, dass die Kunststoffe mit den Meeresströmungen zu den entlegensten Teilen der Weltmeere transportiert werden“, so Dr. Tanhua von GEOMAR.

Von insgesamt 68 Proben, die im Rahmen des „Volvo Ocean Race» genommen wurden, enthielten nur zwei keine Mikroplastik-Partikel. Die jüngsten Daten die aus Unterwasserproben in Newport vor der US-Küste gewonnen wurden, ergaben 75 Partikel aus Mikroplastik pro Kubikmeter. Als die Boote in Richtung Mittelatlantik fuhren, wurden Mengen von 73 und 76 Teilchen Mikroplastik pro Kubikmeter gemessen. Dies könnte mit dem «Nordatlantik-Müllstrudel» in Verbindung stehen, einem von fünf „Wirbeln“ im Ozean, deren Grösse auf Hunderte von Kilometern geschätzt wird.

Teams setzen klare Zeichen

«Volvo und alle Teilnehmer des Volvo Ocean Race haben während des gesamten Events durch verschiedene Aktionen klare Zeichen gesetzt. Die Teams Vestas/11th Hour Racing (Dänemark/USA) ((verlinkt: Volvo Blog Part 4 – Vestas/11th hour racing»)) und vor allem die von der UN unterstützte Turn the Tide on Plastic ((verlinkt: Volvo Blog Part 5 –  Turn the tide on plastic)), sorgten auch durch die Beschriftung ihrer Boote dafür, dass die Nachhaltigkeits-Botschaft permanent über die Bildschirme und Displays der Zuschauer in aller Welt flimmerten». Christian Scherrer, Friend of Volvo und selber ehemaliger Teilnehmer am Volvo Ocean Race. Das Volvo Ocean Race ist somit nicht nur das härteste Segelrennen der Welt. Es bietet dazu eine einzigartige globale Plattform, um diese Krise zu erforschen und effiziente Lösungen zu erarbeiten.