Die dramatische Demonstrationsfahrt von 1959

Serienmässig eingeführt wurde der patentierte Dreipunkt-Sicherheitsgurt im Jahr 1959 zuerst in den Modellen Volvo PV544, von Fans liebevoll „Buckel-Volvo“ genannt, und im eleganten Volvo P120 Amazon, die beide auch bereits über Befestigungspunkte für Sicherheitsgurte auf den Rücksitzen verfügten.

„Wie sicher sind Sicherheitsgurte?“ diskutierten deutsche Fachmedien, Mediziner und Autokäufer. Daraufhin organisierte Volvo eine dramatische Demonstrationsfahrt auf dem Frankfurter Messegelände im Vorfeld der anstehenden IAA.

Die dramatische Demonstrationsfahrt von 1959
Überschlagstest mit Dreipunkt-Sicherheitsgurt im Volvo PV544 auf dem Frankfurter Messegelände
Die dramatische Demonstrationsfahrt von 1959
Dabei überschlug sich der schwedische Stunt-Pilot Orvar Aspholm mit einem Volvo PV544 gleich viermal, kletterte aber dank des schützenden Dreipunkt-Sicherheitsgurtes unverletzt aus dem Fahrzeugwrack.
Die dramatische Demonstrationsfahrt von 1959
Genau so, wie Aspholm es schon zuvor über 30 Mal mit Volvo Modellen praktiziert hatte.

Die letzten Gurt-Skeptiker überzeugten wir 1967 mit unserem legendären „28’000 Unfälle-Report“. Die Untersuchung basierte auf den Daten aller Unfälle eines Jahres in Schweden und bewies, dass der Sicherheitsgurt Leben rettete und die Zahl der Verletzungen um 50 bis 60 % reduzierte.

Erstes „offenes“ Volvo Patent zum Vorteil der globalen Verkehrssicherheit

Schon Ende des 19. Jahrhunderts gab es erste Patente auf Gurtsysteme und bereits in den 1930er Jahren forderten amerikanische Ärzte die Ausrüstung von Automobilen mit Gurten – die frühen Rückhaltesysteme fanden jedoch kaum Verbreitung. Erst der im Jahr 1958 von Volvo Cars eingestellte ehemalige Luftfahrtingenieur Nils Bohlin, erzielte den Durchbruch. Bohlin wusste, dass der Gurt die bei Kollisionen auftretenden Kräfte dort absorbieren musste, wo der Körper am stärksten war; am Becken und an der Brust. Umgesetzt hat er dies durch eine Kombination aus Becken- und diagonalem Körpergurt, wobei der untere Punkt der V-förmigen Geometrie auf den Boden wies. Gleichzeitig musste dieses Rückhaltesystem simpel zu handhaben und zu verstellen sein: Das Volvo Dreipunkt-Sicherheitssystem wurde patentiert, erhielt allerdings ein „offenes Patent“, sodass alle Interessierten das Konzept dieses Rückhaltsystems nutzen konnten. Bis heute ist der Gebrauch des Sicherheitsgurtes der wichtigste Faktor, wenn es um die Insassensicherheit geht.

Die dramatische Demonstrationsfahrt von 1959
Die Erfindung des Volvo Ingenieurs Bohlin wurde auch in Deutschland gewürdigt. Bereits 1985 wählte das Deutsche Patentamt den Dreipunkt-Sicherheitsgurt zu einer der acht Erfindungen, die den Menschen in den vergangenen 100 Jahren den grössten Nutzen beschert haben.

 

Verwandte Beiträge

Anschnallen bitte: der Dreipunkt-Sicherheitsgurt feiert seinen 60sten GeburtstagUnser Lebensretter erobert die Modewelt

Wie wir mit dem Volvo PV544 fast die Rallye Monte Carlo gewannen