Volvo LCP 2000 – Riecht dezent nach Fish & Chips

Ein Beitrag aus der Serie „Volvo Classics Söndag“.

Das Design des Volvo LCP 2000 ist sehr eigenwillig; das Heck etwas gestaucht, die Front gleicht entfernt der Schnauze eines Ameisenbären. Doch einen Schönheitspreis wollten wir mit dem 1983 vorgestellten LCP 2000 auch nie gewinnen, die Vorgaben waren viel anspruchsvoller.

Volvo LCP 2000

Volvo LCP 2000Leicht musste er sein, weniger als vier Liter auf 100 Kilometern verbrauchen und doch zwei Personen anständig transportieren können. Und das schaffte das Team um Entwicklungschef Mellde auch tatsächlich: 707 Kilo, vier Sitzplätze und der Durst war noch geringer, als vorgegeben.

Volvo LCP 2000Der Volvo LCP 2000 fährt auch mit Rapsöl

Es wurden sogar zwei unterschiedliche Motoren entwickelt, ein 1,3-Liter-Dreizylinder-Turbodiesel mit einem Block aus Magnesium, der es auf 53 PS brachte – und nur gerade 98 Kilo schwer war. Dann gab es auch noch einen 1,4-Liter-Dreizylinder-Turbodiesel mit einem klassischen Grauguss-Block, der dafür so ziemlich alle Treibstoffarten verarbeiten konnte, etwa auch Rapsöl, was «dem Fahrzeug einen dezenten Geruch von Fish & Chips verlieh», wie aus einer unserer Presse-Mitteilungen schrieben.

Volvo LCP 2000Bereits Karbon verbaut

Noch fortschrittlicher war der LCP2000 aber in Sachen Leichtbau. Die Bodenplatte bestand aus Kunststoff und wurde mit Alu- sowie Magnesiumstreben verstärkt, es wurde auch bereits Karbon eingesetzt (wir schreiben das Jahr 1983). Die grosse Heckklappe, die Zugang zum Gepäckabteil gewährte, in dem auch zwei Passagiere gegen die Fahrrichtung sitzen konnten, wurde aus Plastik gefertigt. Nur gerade 150 Kilogramm «traditionelle Materialien» wurden verbaut, vermerkten wir damals stolz. Produktionschancen hatte die Studie selbstverständlich keine – aber vielleicht schauen wir uns die Studie bald wieder einmal etwas genauer an.

Volvo LCP 2000