Wie steht es um die Weltmeere? Ein Gespräch mit America’s Cup Gewinner Christian Scherrer

Christian Scherrer startet mit der GC32 Racing Tour in die neue Saison. Obwohl er sich sehr darauf freut, macht ihm die Verschmutzung der Weltmeere grosse Sorgen. Wir haben mit dem «Segler des Jahres» (im 2013) über den Sport und dessen Nachhaltigkeit gesprochen.

Die Schweiz wurde in den letzten Jahren zur gefeierten Seglernation. Das liegt unter anderem an Christian Scherrer. Seit 1994 segelte er an jedem America’s Cup mit und holte sich 2003 mit dem Alinghi-Team den begehrten Titel. Ausserdem gewann er zweimal die «Copa del Rey». Seit 2015 organisiert Christian Scherrer unter anderem auch die GC32 Racing Tour.

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Seit 2009 Friend of Volvo: Der America’s Cup Gewinner und Segler des Jahres Christian Scherrer.

Schon über zehn Jahre ist Christian Scherrer ein begeisterter Friend of Volvo und fährt derzeit einen V90 Cross Country. Der Segler schwärmt: «Ein toller Kombi, mit dem ich viel und gerne unterwegs bin; sowohl mit der Familie als auch mit voller Ausrüstung wie zum Beispiel einem Boot auf dem Anhänger. Mir gefällt am V90 Cross Country vor allem die Funktionalität, das Design, die Technik und dass der Mensch im Mittelpunkt steht.»

Sie schauen mit der GC32 Racing Tour auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Was waren die Highlights?
Wir hatten eine tolle Saison 2019. Highlights waren ganz bestimmt die Weltmeisterschaft in Lagos, Portugal, aber auch das Saisonende in Muscat, Oman.

Wann und wo geht es weiter?
Wir starten bereits Ende März mit dem ersten Event der Serie in Muscat, Oman, wo wir auch die Tour beendet haben. Verschiedene Teams haben dort überwintert und sind bereits am Trainieren.

Auf welche Regatten freuen Sie sich besonders?
Jede Regatta, jede Location hat ihren besonderen Reiz. Die Verschiedenheit der Orte und die Herausforderungen sind immer spannend. Besonders freue ich mich wie jedes Jahr auf die offizielle Weltmeisterschaft der GC32 Klasse. Diese findet im September 2020 im Süden von Sardinien, in Villasimius, statt.

Christian_Scherrer_GC32_1Wie lange sind Sie mit der GC32 Racing Tour im Jahr unterwegs?
Wir starten die Saison Ende März in Oman und beenden sie Ende Oktober in Europa. Das ist eine Zeitspanne von acht Monaten. Für jeden Event bin ich ca. 12 Tage vor Ort, dabei ist der Auf- und Abbau des Events inbegriffen. Und natürlich gibt’s auch zwischen den Events viel zu organisieren und vorzubereiten.

Sie trainieren anfangs April die Gardasee-Regatta – gibt es noch mehr solche Anlässe und was reizt Sie an dieser Aufgabe?
Beim Gardasee Training bin ich hauptsächlich in der Funktion als Coach und weniger als Organisator tätig. Das ist eine schöne Abwechslung und macht mir Spass, weil ich damit irgendwie näher am Wasser und beim Sport bin. Die meiste Zeit verbringe ich dort auf dem Wasser und bin im direkten Kontakt mit den Teams, die am Training teilnehmen.

Was fasziniert Sie mehr: das Meer, die Boote oder die Organisation der Regatten?
Ich denke, es ist die Kombination von allen drei. Meine Leidenschaft ist der Segelsport, das Meer, der Wind, die Elemente und die Menschen. Das Arbeiten im Team für ein gemeinsames Ziel ist faszinierend und macht mir viel Spass.

Thema Nachhaltigkeit: Auf den Weltmeeren unterwegs, sind Sie Augenzeuge der Plastikverschmutzung. Wie schätzen Sie die Lage ein?
Die Lage ist ernst. Jedes Jahr gelangen rund neun Millionen Tonnen Plastikabfälle in die Ozeane. Rund 20 Prozent der Abfälle stammen von Schiffen, der Rest gelangt vom Festland über Abwasserkanäle, Flüsse oder mit dem Wind ins Meer. Wir müssen hier dringend mehr unternehmen.

Christian_Scherrer_GC32_2Wie nachhaltig sind Regatten? Gibt es Bestrebungen gegen die Meeresverschmutzung?
Hier ist in den vergangen Jahren einiges passiert. Der Welt-Seglerverband, World Sailing, fördert und fordert Nachhaltigkeitsprogramme für Regatten, Clubs, Teams und Segler. Daneben gibt es verschiedene private Organisationen wie «Sailors for the Sea» oder «11th Hour Racing», die sich für die Nachhaltigkeit in unserem Sport stark machen – in Zusammenarbeit mit den Events und Teams.

Sehen Sie Entwicklungen in den Ländern? Könnten Sie ein Beispiel nennen?
Ich sehe positive Entwicklungen in fast allen Ländern, die wir besuchen. Bestes Beispiel sind die Bemühungen, kein Einwegplastik mehr an den Regatten zu verwenden und Abfälle korrekt zu entsorgen.

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